Vereinte Nationen
(engl.: United Nations Organisation, UN oder UNO): Gemeinschaft von 193 Staaten, die sich für den Frieden in der Welt und die Menschenrechte sowie die Zusammenarbeit der Völker untereinander einsetzt.
(engl.: United Nations Organisation, UN oder UNO): Gemeinschaft von 193 Staaten, die sich für den Frieden in der Welt und die Menschenrechte sowie die Zusammenarbeit der Völker untereinander einsetzt.
(Publius Vergilius Maro), ca. 70–19 v. Chr., war ein römischer Dichter. In seinem berühmten Epos »Aeneis« besang er – zum Ruhm des Kaisers Augustus – die Gründungsgeschichte des Römischen Reiches.
ist eine abwertende Bezeichnung für bestimmte Versuche, Ereignisse oder Begebenheiten in der Welt dadurch zu erklären, dass diese durch einige mächtige, bisher unerkannte Akteure im Hintergrund und ggf. über lange Zeiträume gezielt gesteuert würden. Da diese Verschwörer-Gruppe im Hintergrund sehr schändliche bzw. gefährliche Ziele verfolge, werde die Öffentlichkeit von ihr über die wahren Absichten getäuscht. Nur dank derjenigen, die dies durchschauten, werde diese geheime Verschwörung aufgedeckt. In Abgrenzung zu Theorien über mögliche echte Geheimoperationen oder Verschwörungen, wie z. B. die Pentagon-Papiere, sind Verschwörungstheorien dadurch gekennzeichnet, dass sie sich gegen eine kritische Prüfung immunisieren: Auf der Hand liegende Ungereimtheiten und Widersprüche werden dabei z. B. als Beleg für die Wahrheit der eigenen Sicht gedeutet, da sich gerade an ihnen das geheime, machtvolle und perfide Handeln der Verschwörer-Gruppe zeige, das eben nicht für jeden zu durchschauen sei.
Hoher jüdischer Feiertag, der mit Fasten, Beten und feierlichem Sündenbekenntnis begangen wird. Im Alten Israel war es der Tag, an dem der Hoherpriester das Allerheiligste betreten durfte, um das Volk und sich selbst mit Gott zu versöhnen (Lev 16,1).
ist ein mehrdeutiges »Such-« oder »Rätselbild«, das verschiedene Interpretationsmöglichkeiten offen lässt. Man unterscheidet verschiedene Arten: Zum einen können Objekte dargestellt sein, die sich als unmöglich erweisen (z. B. eine unendlich Treppe ohne Anfang und Ende). Manchmal sind Figuren auf den ersten Blick nicht erkennbar, oder es sind aus verschiedenen Blickrichtungen oder mit unterschiedlichem Fokus unterschiedliche Bildinhalte zu sehen. Manchmal erkennt man das Verborgene sogar erst mit einem Spiegel.
Nachdem Vietnam 1954 von der Kolonialmacht Frankreich unabhängig geworden war, spaltete sich das Land und es brach ein Bürgerkrieg zwischen den beiden Landesteilen auf. Als Kriegsparteien standen sich das von einer Militärdiktatur beherrschte Südvietnam und das kommunistisch regierte und wirtschaftlich deutlich schwächere Nordvietnam als Kriegsparteien gegenüber. Seit 1964 unterstützten die USA Südvietnam massiv militärisch mit Bodentruppen, Nordvietnam wurde mit Waffen von China und der Sowjetunion beliefert. Da trotz sehr hoher Verluste der Einsatz des amerikanischen Militärs erfolglos blieb, zogen sich die USA seit 1969 zunehmend aus dem Konflikt zurück. Der Krieg endete am 30. April 1975 mit einer Kapitulation Südvietnams; das Land wurde wiedervereint und wird seitdem von der kommunistischen Partei regiert. Millionen von Menschen, hauptsächlich Zivilisten, starben in diesem Krieg. Der Protest gegen den Vietnamkrieg war Teil und z. T. auch Anlass für die Friedensbewegung und Studentenproteste in den USA und in Europa Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre.
(lat. visio: Gesicht, Schau) bezeichnet allgemein eine Vorstellung der Zukunft, die man ersehnt und für die man sich begeistert. Im engeren Sinn meint man damit eine oft nur für eine bestimmte Person sichtbare Erscheinung eines Bildes oder von Ereignissen, wodurch Gott zum Beispiel einem Propheten Botschaften und Aufträge mitteilt. Im Gegensatz zu einem Traum sind die Personen dabei immer in einem wachen Zustand.
bezeichnet ein visuelles Hilfsmittel zur Darstellung eigener Ziele. Es wird als Collage aus z. B. Fotos, Skizzen, Sprüchen, Stichworten, Zeichnungen etc. erarbeitet. Die Visualisierung soll helfen, gewünschte Ziele zu erreichen.
Ein Visitator bzw. eine Visitatorin besucht einen Pfarrer oder eine Pfarrerin, um zu beurteilen, ob er bzw. sie den Anforderungen seines/ihres Berufs gewachsen ist. Historisch spielte die Visitation für die Verbreitung und Festigung der Reformation eine wichtige Rolle. Denn nur durch sie konnte überprüft werden, ob die Ortspfarrer der evangelischen Lehre und den gewandelten Anforderungen entsprachen.
Die sogenannte Volxbibel ist die erste Bibel, die als Internet-Projekt entstanden ist. Ähnlich wie bei Wikipedia können hier im Prinzip alle Internetnutzer mitschreiben, indem sie z. B. die Texte der Lutherbibel auf die heutige Zeit zu übertragen versuchen. Die Volxbibel ist somit keine Bibelübersetzung, die sich auf den ursprünglichen Text beruft. Wie die Schreibweise des Titels schon deutlich macht, ist sie vor allem für Jugendliche gedacht. Die Volxbibel kann man auch kaufen; sie hat es sogar bis in die Bestsellerlisten geschafft. Die 4. Version (Volxbibel 4.0) ist z. B. im September 2012 erschienen. Es gibt auch Hörversionen im Internet. Eine andere Bibel, die sich v. a. an Jugendliche richtet, ist die BasisBibel.
Der Legende nach soll auf Veranlassung von Helena, der Mutter Konstantins des Großen, um das Jahr 325 n. Chr. das Kreuz, an dem Jesus starb, in Jerusalem gefunden worden sein. Dieses gab den Anlass zum Bau der Grabeskirche in Jerusalem, die auch heute noch von vielen Pilgern aufgesucht wird. Im Mittelalter wurden viele Reliquien des Wahren Kreuzes an unterschiedlichen Orten verehrt.
ist eine Reise zu einem heiligen Ort, die oft zu Fuß gemacht wird. Nicht nur das Ziel ist wichtig, sondern vor allem auch das Unterwegs-Sein. Wallfahrten gibt es in vielen Religionen. Zu Jesu Zeit kamen die Menschen zu den großen Wallfahrtsfesten Pessach, Schawuot und Sukkot nach Jerusalem. Im Islam gehört die Pilgerfahrt nach Mekka zu den Fünf Säulen der Religion. Berühmte christliche Wallfahrtsorte sind heute neben Jerusalem, z. B. Altötting und Santiago di Compostela (Jakobsweg).
Wenn Katholiken ihre Kirche betreten, bekreuzigen sie sich mit geweihtem Wasser, das sich in einem kleinen Becken im Eingangsbereich befindet. Das Weihwasser erinnert an die Taufe. Es besteht aus Wasser und Salz und wird in der Osternacht feierlich vom Priester gesegnet.
bezeichnet die erste demokratische Epoche Deutschlands, die mit der Ausrufung der (parlamentarisch verfassten) Republik am 9. November 1918 begann und mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 endete. Sie war von großen Gegensätzen geprägt: Während die neuen Freiheiten z. B. Kunst und Kultur beflügelten, lasteten Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und Reparationsforderungen aus dem Ersten Weltkrieg schwer auf ihr. Nach dem Börsensturz am sog. Schwarzen Freitag im Oktober 1929 verschlimmerte sich die wirtschaftliche Lage noch mehr und führte zu einer größeren politischen Radikalisierung der Bevölkerung. Dies begünstigte den Aufstieg der NSDAP unter der Führung Hitlers, von der sich viele ein Ende des politischen und wirtschaftlichen Chaos’ versprachen.
Die biblischen Bücher Hiob, Kohelet (Prediger), Sprüche, das Hohelied, das Buch der Weisheit und einige Psalmen gehören zur sogenannten Weisheitsliteratur. Im Alten Israel und seiner Umwelt umfasst »Weisheit« Weltwissen und soziale Kompetenz, beides galt als Geschenk Gottes. Weisheitslehren wurden zunächst in den Familien überliefert, seit der Königszeit professionell durch gebildete Schreiber und Gelehrte, die für die Ausbildung junger Beamter zuständig waren. Zur Weisheit gehört auch der sog. Tun-Ergehens-Zusammenhang: Gutes bzw. schlechtes Verhalten hat unmittelbare Folgen für den Einzelnen und sein soziales Umfeld. Diese Erfahrung geriet allerdings in die Krise, als die Sippe nicht mehr den tragenden Lebenszusammenhang bildete: Das Buch Hiob zeugt von dieser Krise.
1942 gegründete Widerstandsbewegung zur Zeit des Nationalsozialismus, deren Hauptvertreter die beiden Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie deren Kommilitonen Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell, außerdem der Universitätsprofessor Kurt Huber waren. Im Februar 1943 wurden die Geschwister Scholl bei der Verteilung von Flugblättern in der Münchner Universität verhaftet. Sie wurden nach langen Verhören am 22. Februar 1943 hingerichtet. Auch Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell wurden zum Tode verurteilt und enthauptet.
Während ein Teilchen in der klassischen Physik ein Massenpunkt mit einem wohlbestimmten Ort ist und eine Welle ein beliebig weit ausgedehntes Gebilde darstellt, zeigt der bekannte Doppelspaltversuch, dass Licht (also Photonen) beide Eigenschaften gleichzeitig aufweist und es nur von der Ausrichtung der Versuchsanordnung abhängt, welche dieser Größen man misst.
Die Weltgesundheitsorganisation (engl. World Health Organization) ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Ihr Ziel ist es, die bestmögliche Gesundheit bei allen Menschen auf der gesamten Welt zu erreichen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Bekämpfung von Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie in der Förderung der allgemeinen Gesundheit.
(* 1808; † 1881 jeweils in Hamburg) war Pfarrer, Lehrer, Gefängnisreformer und Begründer der Inneren Mission. Er gilt als bedeutendste sozialpolitische Persönlichkeit in der Geschichte der evangelischen Kirche. Im Zentrum seines Denkens standen die Taten der »rettenden Liebe«, die aus dem Glauben erwachsen und den Menschen aus seinem sozialen wie auch religiösen Elend herausführen. Sein im Jahr 1833 gegründetes »Rauhes Haus« in Hamburg nahm verarmte und verwahrloste Kinder auf, damit diese zusammen mit Erziehern in familienähnlichen Gruppen leben und theoretische wie praktische Bildung erfahren konnten. Seine Jugendarbeit verstand er als vom christlichen Glauben ausgehende Gesellschaftsreform; er fand in Deutschland viele Nachahmer. Wichern begründete zudem die »Innere Mission« mit dem Ziel, Elend vor allem der Unterschicht zu lindern und dadurch Christus gegenwärtig werden zu lassen. Sein Programm fasste bereits bestehende Aktivitäten einzelner Christen in einer breiten Bewegung zusammen. Der von ihm 1848/49 ins Leben gerufene »Central-Ausschuss für Innere Mission« bildete dafür den organisatorischen Rahmen und ist der Vorläufer der heutigen Diakonie.
Wiedergeburt: Alle in Indien entstandenen Religionen setzen die Wiedergeburt als naturgegeben voraus und empfinden diese als Zwang. Erlösung wird folglich als Befreiung von diesem Zwang verstanden. Der Gedanke der Wiedergeburt hat zwar auch in der westlichen Philosophiegeschichte prominente Vertreter, wie z. B. Pythagoras oder Platon, wird von diesen aber als neue Chance gedeutet. Anders als der Hinduismus leugnet der Buddhismus die Existenz einer unabhängigen und ewigen Seele (Anatman) und versteht daher die Lehre von der Wiedergeburt als eine Kette von Kausalzusammenhängen, deren einzelne Protagonisten nur durch die Wirkung von »Tatabsichten« verbunden sind, welche die Wiedergeburt ohne Seelenwanderung – besser »das bedingte Entstehen« – verursachen. Alle Wesen sind Produkte von karmischen Bedingungen und haben mit ihren »Vorexistenzen« einen karmisch-kausalen Zusammenhang gemeinsam, der gewissermaßen vererbt wurde. In diesem Zusammenhang wirft die Tradition des tibetischen Buddhismus, eine Folge von geistlichen Würdenträgern (z. B. die des Dalai Lama) zu einer Kette von Inkarnationen zu verknüpfen, gewisse Probleme auf, da der Buddha die Existenz einer verbindenden Seele ja verneint hat. Auch für den Dalai Lama muss aus buddhistischer Sicht gelten, dass er mit seinem Vorgänger nicht seelenidentisch ist, sondern mit diesem durch das »bedingte Entstehen« verbunden und insofern von diesem auch nicht völlig verschieden ist.
Wiesel, Elie (1928–2016) war ein US-amerikanischer jüdischer Schriftsteller, der Auschwitz überlebte und seine schriftstellerische Tätigkeit in den Dienst der Erinnerungsarbeit stellte. Er war Träger des Friedensnobelpreises..
(* 1954), US-amerikanische Schauspielerin und Talk-Masterin; ihre »Oprah-Winfrey-Show« ist die erfolgreichste Show des amerikanischen Fernsehens.
(1889–1951), österreichisch-britischer Philosoph, der sich besonders den Themen Sprachphilosophie und Logik widmete.
(1679–1754) war ein einflussreicher Universalgelehrter aus der Zeit der Aufklärung. Er lehrte u. a. Mathematik, Recht und Naturphilosophie in Halle und Marburg. Er verfasste Schriften zur Logik und Mathematik, zur Metaphysik und Ethik, zum Naturrecht und zu vielen anderen Themen.
Das Wormser Edikt bezeichnet den Erlass Kaiser Karls V., in dem kurz nach Martin Luthers Verhör vor dem Reichstag in Worms 1521 über Martin Luther die Reichsacht verhängt und das Lesen und die Verbreitung seiner Schriften (vgl. auch reformatorische Hauptschriften) verboten wurde. Jeder war verpflichtet, ihn an Rom auszuliefern, und es war verboten, ihn bei sich aufzunehmen.
Das heutige Israel besteht zu 50 % aus Wüste und ist an seinen Grenzen vielfach von Wüste umgeben. Auf ihrem Weg ins gelobte Land mussten die Israeliten nach biblischer Überlieferung durch die Wüste Sinai und die Negev-Wüste ziehen. Man darf sich diese Wüsten nicht als Sandwüsten wie die Sahara vorstellen. Es ist eine Kalksteinwildnis mit Steinen und dornigem Gestrüpp, in der mannigfaltiges Leben gedeihen kann und in der (noch heute) Beduinen leben mit ihren Schafen, Ziegen und Kamelen. Die Wüste wird in der Bibel einerseits als ein Ort geschildert, an dem man Entbehrungen erleidet und sich nicht mehr zurechtfindet, andererseits als Ort des Rückzugs, an dem man sich auf Gott besinnen kann, an dem man Gott begegnet.
(*1930) war Professor an der Kunstakademie in München. Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind Druckgrafik, Künstlerbücher, Zeichnungen und Collagen. Bekannt sind seine Farbholzschnitte und Radierungen zur Bibel, in denen er die biblischen Texte nicht einfach illustriert, sondern mit ihnen in einen kreativen Dialog tritt.
Je nachdem, ob man das Bilderverbot als eigenständiges Gebot auffasst (wie in der reformierten, griechisch-orthodoxen und anglikanischen Tradition) oder nicht (wie in der lutherischen und katholischen Tradition, wo es fehlt), ergibt sich eine um eins verschobene Zählweise. Um die Zehn-Zahl zu bewahren, werden die beiden Begehrensverbote als zehntes Gebot zusammengefasst bzw. als neuntes und zehntes Gebot auseinandergenommen. Im Judentum zählt bereits die Präambel (2 Mose 20,2) als erstes Gebot, während das Verbot des Fremdkultes und das Bilderverbot das zweite Gebot umfassen.
bezeichnet im Islam eine offizielle Almosen-/Armensteuer, die verpflichtend ist. Der zu entrichtende Betrag ist abhängig vom Besitz der Muslime und ist lediglich von Erwachsenen zu zahlen. Freiwillige Gaben (arab. sadaqa) sind davon zu unterscheiden. Die Zakat ist eine der Fünf Säulen des Islam.